Christina Kampmann in Weiden | Medienkompetenz und digitale Bildung

Am 11.04.2017 habe ich die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Christina Kampmann, zu einer Podiumsdiskussion über digitale Bildung und Medienkompetenz ins Jugendzentrum Weiden eingeladen.

Frau Kampmann hat deutlich gemacht, dass ihr dieses Aufgabenfeld besonders am Herzen liegt und auch in Zukunft einen deutlichen Schwerpunkt im Ministerium erhalten wird, nicht zuletzt, weil es bereits heute die Lebensrealität vieler Menschen darstellt. Dabei ist die Digitalisierung kein notwendiger Zusatz, sondern eine Selbstverständlichkeit im Alltag der Menschen geworden. „Es gibt zahlreiche gute Projekte, die die Kreativität, insbesondere in Bezug auf die Digitalisierung, fördern. Wie können wir diese Projekte in die Lebenswirklichkeit übertragen und welchen Stellenwert müssen dabei digitale Medien in der Bildungslandschaft und im außerschulischen Bereich einnehmen?“, dies war eine der zentralen Fragen, die Frau Kampmann deutlich herausstellte. „Die Kompetenz sich sicher und souverän in einer digitalisierten Welt zu bewegen, müssen den Kindern und Jugendlichen frühestmöglich vermitteln“, betonte Frau Kampmann.

Zusammen mit Christina Kampmann saßen Maxim Loick, Mitentwickler des Lerncomputers Calliope Mini, Torben Kohring, Spieleratgeber NRW und Frau Dr. Gerlach, Direktorin des Grimme Instituts auf dem Podium.

Frau Dr. Gerlach stellte die Frage nach der Erreichbarkeit von Zielgruppen, die nicht schon sensibilisiert sind: „Wie erreichen wir diese mit unseren Angeboten? Zur Realität gehört leider auch der Eindruck, dass Kinder teilweise mit Smartphones oder Tablets regelrecht ruhig gestellt werden und dies ist keine Frage des Einkommens oder der Bildung der Eltern. Eine medienkompetente Nutzung sieht anders aus, weshalb umso mehr gilt: Wir alle – nicht nur Kinder – müssen befähigt werden mit der Digitalisierung umzugehen.“ Das Phänomen des Ruhigstellens konnte auch keine Erzieherin aus dem Publikum bestätigen.

Ein Beispiel für ein gelungenes Projekt, wie Menschen Technik gestalten konnte Torben Kohring von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW mit Jugend hackt nennen.  „Jugend hackt bringt den Idealismus der Jugendlichen und ihre technische Fähigkeiten zusammen. Kinder und Jugendliche verfügen oftmals über großes technisches Wissen, das aber in der Schule häufig nicht und vor allem nicht Kontextualisiert abgefragt wird. Deswegen sind außerschulische Lernorte sehr wichtig, denn wir können dadurch auch Jugendliche ansprechen, die sonst nicht durch den schulischen Unterricht abgeholt werden“, so Torben Kohring.

Maxim Loick, Dr. Frauke Gerlach

 

 

Eben diesen Einstieg in die Digitalisierung will Maxim Loick mit dem Projekt Calliope mini bereits in der Grundschule etablieren. „Calliope mini ist ein niedrigschwelliges Angebot, das Kinder bereits früh in ihrem logischen Denken ermuntert und ihrer natürlichen Neugier freien Lauf lässt. Der Vorteil an Schulen ist, dass wir durch die Schulpflicht ausnahmslos alle Kinder erreichen können. Wir haben das Ziel, dass jedes Kind bundesweit mit einer Calliope mini ausgestattet ist, sie mit nach Hause nimmt und dort weiter experimentiert und ausprobiert“, betont Maxim Loick.

(v.l.) Maxim Loick, Dr. Frauke Gerlach, Lisa Steinmann, Christina Kampmann, Torben Kohring

Medienbildung und Medienkompetenzen sind für mich ein Teil des Lebenslangenlernens. Wir befinden uns gerade in eine gesamtgesellschaftlichen Umbruch, der durch die Politik begleitet werden muss. Dafür ist für mich der Zugang zur digitalen Bildung auch ein Schritt für Chancengleichheit! Das hochkarätige Podium konnte die Zustimmung des Publikums in vielen Punkten erlangen, das die Veranstaltung mit eigenen Beobachtungen und Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien und der Digitalisierung anreicherte.

Ich danke meinen Gästen für diese wirklich sehr schöne und informative Veranstaltung.