Rot-grün für eine gerechte Digitale Arbeitswelt

Das Internet ist aus vielen Lebensbereich nicht mehr wegzudenken, insbesondere aus der Arbeitswelt. Einerseits entstehen im und durch das Internet immer wieder neue Arbeitsfelder oder entwickeln sich weiter, wie im Bereich des Click- und Crowdworking. Andererseits ist das Internet auch in den meisten traditionellen Berufsfeldern inzwischen ein fester Bestandteil.

Egal ob für Kommunikation- oder Recherchezwecke, Produktions- und Arbeitsabläufe, beinahe jeder Geschäftsbereich ist von der digitalen Vernetzung betroffen. Selbst Betriebe, deren primäres Geschäftsfeld nicht in der Digitalen Welt liegt, sind ohne digitale Hilfsmittel nicht mehr konkurrenzfähig. Die Suche nach geeigneten Handwerkern und Dienstleistern findet oft im Internet, über Suchmaschinen und entsprechende Internetportale statt. Über die Internetpräsenz der Betriebe können erste Angebote verglichen werden.

Wie bei vielen Neuerungen gibt es zahlreiche Chancen, aber auch Risiken, wie z.B. die Möglichkeit Mitarbeitende lückenlos zu überwachen, Bewegungsprofile und –protokolle zu erstellen, um nur ein paar zu nennen.

Die Digitale Welt macht globales Arbeiten möglich. Unternehmen auf der ganzen Welt können Menschen auf der ganzen Welt beschäftigen. Dabei geht es zum Teil um hochqualifizierte Jobs, oft aber auch um Jobs, für die eine geringe Qualifizierung ausreicht. Bei der sogenannten Click und Crowd-Arbeit werden Arbeiten kurzfristig vergeben und umfassen oft auch nur sehr kleine Aufträge. Die Beschäftigung erfolgt hierbei in der Regel auf selbstständiger Basis, ohne die entsprechenden Arbeitnehmerrechte, wie Mitspracherechte im Betrieb, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahltem Urlaub, Sozialversicherungsschutz usw., aber in der Regel auch ohne die Vorzüge der Selbstständigkeit, nämlich einem Geschäftsverhältnis auf Augenhöhe mit der Möglichkeit die Vertragsbedingungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer individuell zu verhandeln. Ein weiterer Nachteil dieser Arbeit ist, dass die technisch mögliche Überwachung der Auftragnehmenenden praktiziert wird.

Gerade für gering Qualifizierte ist eine Tätigkeit als Click- und Crowdworker mit sehr viel Arbeit für wenige Euro Stundenlohn verbunden, ähnliches gilt für Hochqualifizierte Click- und Crowdworker, sodass neben dem hohen Konkurrenzdruck, der Lohn kaum für den Lebensunterhalt reicht.

Bisher ist in Deutschland und NRW ist das Click- und Crowdworking erst in geringem Umfang erforscht. Eine Beschäftigung mit den Chancen und Risiken des Click- und Crowdworking ist frühzeitig nötig. Deshalb fordern wir Regularien zu entwickeln, um Click und Crowdworkers besser vor den Gefahren des digitalen Arbeitsmarktes zu schützen.

Entschließungsantrag zu Drucksache 16/8973