Digitalisierung – Neue Arbeitswelt, neue Angebote

Wie ist die Lage? Plötzlich treffen sich die Kolleginnen und Kollegen in der Videokonferenz. Absprachen im Betrieb laufen digital. So haben es viele von uns seit Beginn der Corona-Pandemie erlebt. Die Pandemie hat Digitalisierung der Arbeitswelt vorangetrieben. Der Prozess wird in vielen Branchen deutlich weiter gehen (Weingarten, 2021, S.34).

Wohnen wird mit digitaler Technik beispielsweise smarter werden. Dann ist auch eine smarte Installateurin gefragt. Ihre Arbeit wird in Zukunft immer häufiger so aussehen: Sie legt den Schraubenschlüssel oder Akkuschrauber beiseite. Stattdessen tippt sie das Wlan-Passwort ein und verbindet ihren Laptop mit dem Hausnetz. Denn das Außenthermometer, das sie gerade angebracht hat, soll digital direkt mit der Heizung kommunizieren.

Auf solche Veränderungen sind die Beschäftigten in NRW unterschiedlich gut vorbereitet. Manche finden sich wunderbar zurecht, andere benötigen Unterstützung (Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, 2021). Weiterbildung und Qualifizierung sind deshalb wichtiger denn je (unternehmer nrw, 2021). 

Hinzu kommen neue Erwerbsformen wie Solo-Selbstständigkeit in digitalen Geschäftsmodellen. Diese werden durch das bestehende Sozialversicherungsrecht noch nicht vollständig erfasst.

Was muss passieren? Wir wollen allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, zu Veränderungen beizutragen (Weingarten, 2021, S. 23). Denn alle, die heute gute Arbeit leisten, sollen das morgen auch noch können. Zu unserer Offensive „Mitbestimmungsland NRW“ gehören daher umfassende Weiterbildungsangebote. Wir fordern eine präventive Arbeits- und Qualifizierungspolitik. Diese beinhaltet den Ausbau der Weiterbildungsberatung (Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, 2021). Zudem wollen wir eine Reform des BAföG. Studierende können aktuell etwa 860 Euro pro Monat erhalten, höchstens. Dabei gibt es eine Altersgrenze, um Bafög-berechtigt zu sein. Zu Beginn des Bachelor-Studiums darf man nicht älter als 29 Jahre, zu Beginn des Master-Studium nicht älter als 34 Jahre sein. Nur in Einzelfällen gelten Ausnahmen. Wir sagen: Schluss mit starren Altersgrenzen. Wer im höheren Erwachsenenalter noch einen weiteren Abschluss aufsatteln will, verdient Unterstützung.

Unterstützung wollen wir auch mit einem Fachkräftestipendium nach österreichischem Vorbild bieten. Die Idee: Menschen, die bereits auf dem Arbeitsmarkt sind, eine weitere Ausbildung zu ermöglichen. Sie können sich auf Berufe vorbereiten, bei denen Personal händeringend gesucht wird.

Natürlich ist nicht nur mitten im Erwerbsleben gute Qualifizierung wichtig. Wir müssen auch Berufseinsteiger fördern. Wer jung ist, gerade von der Schule abgeht, sollte mit einem Erfolgserlebnis in ein selbstbestimmtes Berufsleben starten (Withake, 2021, S.22). Perspektive statt Rückschläge – dafür setzen wir uns mit einer umlagefinanzierte bundesweite Ausbildungsplatzgarantie ein (Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, 2021).  

Zudem fordern wir eine Initiative, um das Arbeits- und Sozialrecht an den digitalen Wandel anzupassen. Solo-Selbstständige und digitale Arbeit brauchen den gleichen Schutz von Sozialversicherungen.

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