Drei Tage Abgeordnete – Politik von Jugendlichen für Jugendliche

von Merve Pamuk –

Wie kann man die politische Partizipation von Jugendlichen steigern? Mit dieser Frage haben sich über 200 Jugendliche, darunter auch ich, drei Tage lang beschäftigt. Auf Einladung von der Landtagsabgeordneten Lisa Steinmann, bin ich für SPD-Fraktion in ihre Rolle geschlüpft und habe ihren Wahlkreis Köln II (West) vertreten. Während den drei Tagen haben wir über die Ermöglichung eines gesellschaftswissenschaftlichen Abiturs und über die Einführung von verpflichtenden Projekten zu Politik an Schulen debattiert.

Zum ersten kontroversen Thema – das gesellschaftswissenschaftliche Abitur – haben wir als SPD-Fraktion den Antrag gestellt, dass im Abitur ein gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt ermöglicht werden sollte, um die Gleichberechtigung gegenüber anderen Fächern aus dem naturwissenschaftlichen und sprachlichen Bereich zu gewähren. Allerdings haben wir auch betont, dass wir trotz der Bildungsreform keine Erhöhung der vier Abiturfächer möchten. Schließlich haben wir uns zwar für einen gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt, aber gegen die Ermöglichung zweier Gesellschaftswissenschaften als Leistungskurse gestellt. Erfreulicherweise wurde so der Antrag der SPD angenommen.

Der Änderungsantrag der SPD-Fraktion zu einem verpflichtenden Politik-Projekt an Schulen wurde ebenfalls angenommen. Hierbei war uns Chancengleichheit sehr wichtig, sodass ich an dieser Stelle die Verpflichtung aller weiterführenden Schulformen ein solches Projekt durchzuführen unterstreichen möchte. Die Nachhaltigkeit und Neutralität soll durch die Bundeszentrale für politische Bildung unter Erstellung eines Leitfadens und der Verwendung aktueller Themen gesichert werden. Durch das politische Planspiel werden nämlich nicht nur komplizierte Zusammenhänge erläutert, sondern auch Soft-Skills wie zum Beispiel Kooperationsfähigkeit trainiert. So war mein persönlicher Höhepunkt, als ich diese Meinung im Ausschuss und als Zweit-Redner im Landtagsplenum für die SPD-Fraktion vertreten konnte.

Als Besonders Interessant empfand ich ebenfalls die Anhörungen zu den beiden Themen sowie dem Thema „Wahlalter ab 16“ und den Eilantrag „bedingungsloses Grundeinkommen“.

Ich bin sehr dankbar, dass es mir ermöglicht wurde an diesem Projekt teilzunehmen. Durch das Projekt konnte ich sehr viel Neues lernen und Kontakte knüpfen, die ich weiterhin pflegen werde. Der 8. Jugendlandtag NRW war meiner Meinung nach ein sehr gutes Beispiel um zu zeigen, wie viel politische Bildung lehren kann und somit wie notwendig die Umsetzung der beiden Anträge ist.