Drei Veedel voller Geschichte: Politischer Spaziergang durch Sülz, Klettenberg und Lindenthal

Ausgerechnet heute musste es regnen – doch das sollte mich und eine Gruppe von zehn Bürgern nicht abhalten, uns auf einen politisch-historischen Spaziergang durch Sülz, Klettenberg und Lindenthal zu begeben! Stadtteilführer Roderich Grauer nahm uns sachkundig mit auf eine kurzweilige Zeitreise durch unsere Veedel  – von der Nikolauskirche durch Alt-Sülz über den Auerbachplatz, vorbei am ehemaligen städtischen Kinderheim und Fritz Enke´s schönen Grünanlagen und über die Zülpicher Straße zurück. Es ist immer wieder begeisternd wie vielfältig die Baustile die verschiedenen Epochen Sülzer Lebens noch immer abbilden – vom Rheinsichen Drei-Fenster-Haus, das Mitte des 19. Jahrhunderts den vormaligen Hofanlagen folgte, über genossenschaftliche Bauten bis hin zum prachtvollen Jugendstil mit seinen schmucken Fassaden. Man kann also schon beim einfachen Hinsehen nachvollziehen, wie sich Sülz aus einem rein landwirtschaftlich geprägten Gebiet in nur zwei Jahrhunderten zu einem der dicht besiedelsten, bunten und lebendigen Gewerbe- und Wohngebiet gewandelt hat.

Genossenschaftlicher Wohnbau hat Köln seither, vor allem aber unser Stadtviertel ganz besonders geprägt – auch das in ganz unterschiedlichen Architektur- und Baustilen. Schon immer haben die Genossenschaften sich um attraktives und bezahlbares Wohnen bemüht. Eine bewusste Begrünung der Hinterhöfe sorgt dabei zumeist für einen ausgewogenen Naturausgleich zur Steigerung der Lebensqualität in der mehrgeschossigen Bebauung. Auch heute haben Genossenschaften in Sülz einen großen Stellenwert und wir müssen uns weiterhin zum Ziel setzen, mit ihnen als (teilweise kommunale) Partner bezahlbaren Wohnraum in Köln zu garantieren.

Obschon ich so viele Jahre hier im Veedel lebe, zeigt mir ein solch interessant untermalter Spaziergang doch einmal mehr wie lebenswert es hier ist! Herzlichen Dank auch an Roderich Grauer.

Liebe Dein Veedel!