Ein erlebnisreicher Sprung ins LandtagsWasser – von Luisa Brenner

Luisa & Lisa

Vier Wochen im Leben einer Abgeordneten. Vier Wochen, die mir zeigten wie vielfältig und interessant, aber auch anstrengend das Leben im und um den Landtag von Nordrhein Westfalen sein kann. In der Zeit als Praktikantin bei Lisa habe ich vieles gesehen und vieles gelernt. In erster Linie habe ich gelernt, dass man als Abgeordnete eine Menge Ruhe braucht und viel Kraft. Dies bestaune ich an Lisa und den vielen Menschen, die ich kennengelernt habe.

Mein Tag startete in der Regel zwischen 9 und 10 Uhr morgens. Lisa hat mir viele Freiheiten und Entscheidungsmöglichkeiten gelassen, sei es, dass ich sie den ganzen Tag begleite, in einen Ausschuss gehe, in dem sie nicht sitzt oder mit im Büro arbeite. In der Regel begleitete ich Lisa bei ihren Ausschusssitzungen, ging mit zu Arbeitskreisen und zu einem JourFix, dem Treffen der SPD mit ihrem Koalitionspartner vor einer Ausschusssitzung. In besonderer Erinnerung geblieben ist mir hierbei der Ausschuss für Kultur und Medien. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen sicherlich den, dass das Thema „Medien“ heute und gerade in meiner Generation eine bedeutende Rolle spielt. Zum anderen den, dass die Inhalte für mich greifbar waren und nicht zuletzt den, dass ich das Klima hier als besonders angenehm empfunden habe (und dies lag nicht nur an den großen Fenstern mit Blick auf den Rhein, die so einige Sonnenstrahlen durchließen). Lisa hat mir in den kurzen Pausen, die sie hatte, viel erklärt. So fiel es mir leichter mich in die Themen, die auf der Tagesordnung standen, hineinzufinden, aber auch die Abläufe wurden mir dadurch vertrauter. Eine besondere Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien war die Anhörung zum Thema „Games“. Hier hatte der Ausschuss Sachverständige eingeladen, die aus verschiedenen Bereichen der Gaming-Branche kamen. Dies war für mich besonders interessant, weil das ein Thema ist, was in meinem Freundeskreis eine große Rolle spielt. Mir war vor dieser Sitzung nicht bewusst, dass so viele Spieleentwickler aus Deutschland kommen und auf dem internationalen Markt so gefragt sind. Es war interessant zu sehen wie sich Menschen aus verschiedenen Bereichen (z.B. Hochschulprofessoren oder Vertreter des Büros für Kulturwissenschaftsforschung) zum Thema äußerten. Passend zum Thema Medien nahm ich mich Lisa zusammen an einer Aktion des Arbeitskreises Sozialdemokratischer Frauen zum Weltfrauentag teil. Vor dem Kölner Dom verteilten wir Rosen und einen netten Gruß an die Frauen. Neben vielen Touristen, Stadtbummeln, Menschen, die gerade von der Arbeit kommen, war auch der WDR vertreten und interviewte vorwiegend Frauen. Auch ich wurde vom WDR interviewt zum Thema Bedeutung des Weltfrauentags und inwiefern sich diese mit der Silvesternacht gewandelt hatte. (Noch am selben Abend war ich dann im TV zu sehen.) Meine Zeit im Landtag war also keinesfalls nur passives Zusehen. Lisa hat mich dort, wo es möglich war, immer aktiv mitmachen lassen.

Ich habe vieles gesehen: ich habe das Landtagsgebäude genau kennenlernen dürfen, ich habe gesehen wie eine Plenarsitzung abläuft, ich habe gesehen wie sich Menschen der verschiedenen Parteien unterscheiden und vor allem habe ich gesehen, dass die Arbeit eines Abgeordneten viel mehr ist als das, was man sieht, wenn man als Besucher den Landtag besichtigt.

Ich habe vieles gelernt: Ich habe gelernt, dass es bestimmte Hausregeln gibt wie z.B. das Verbot im Plenarsaal einen Laptop aufzubauen. Ich habe gelernt, dass die Sitzungen in einem bestimmten Abstand stattfinden. Ich habe gelernt, dass es neben den Plenarsitzungen und Ausschüssen auch noch Arbeitskreise und JourFixe gibt.

Die meisten unserer Erlebnisse sind Wiederholungen. Wir sollten uns um mehr Premieren bemühen. (Helmut Glaßl)

Vier Wochen im Leben einer Abgeordneten. Vier Wochen voller Premieren.