Jugendlandtag 2015 – junger Abiturient sammelt erste politische Erfahrungen

Jugendlandtag 2015 Vandad

Kollektivität, Kreativität und Kooperation

Man fragt sich schon, ob man mit 16 oder 17 Jahren überhaupt dafür geeignet wäre, sich mit den anderen  politisch auszutauschen und wichtige politisch gesellschaftliche Entscheidungen zu treffen. Die Antwort lautet „Ja“.

Im Rahmen des 7. Jugendlandtages durfte ich  drei Tage in die Rolle der Landtagsabgeordneten Lisa Steinmann schlüpfen und erfahren, wie ihr Tag als Abgeordnete in ihrem politischen Leben aussehen kann. Zusammen mit über 200 anderen Jugendlichen aus allen Regionen Nordrhein-Westfalens kamen wir am 11. Juni im Düsseldorfer Plenarsaal zusammen und nach der Begrüßung der Landtagspräsidentin fingen wir direkt an.

Es gab zwei offizielle Themen, die das Fundament unserer Diskussionen waren. Das erste kontroverse Thema war „Mehr fürs Leben/den Alltag in der Schule lernen“. Dabei ging es um die Durchsetzung des Faches „Hauswirtschaft“ als ein selbstständiges Fach. Die SPD hat mit  großer Mehrheit diesen Antrag abgelehnt, da wir der Meinung waren, dass ein zusätzliches Fach im Bereich Gesellschaftswissenschaften eine große Last für die Schülerinnen und Schüler wäre. Als Alternative schlugen wir vor, dass eine gewisse Verknüpfung zwischen dem Inhalt dieses Faches und anderen gesellschaftlichen Fächern wie zB. Politik, Sozialwissenschaften usw. erstellt werden kann.

Das zweite Thema, das ich persönlich wichtiger fand, war „Die Vergabe der Studienplätzen gerechter gestalten“. Hier ging es um eine effiziente Regelung des Numerus Clausus. Es gab eine unglaublich  lange Diskussion über das Thema innerhalb unserer Fraktion und sogar in Fraktionssitzungen, Ausschusssitzungen und Expertenanhörungen. Schließlich einigten wir uns auf den Beschluss, dass die Fächer, die in einer direkten Verbindung zum Studienfach stehen, mehr bewertet werden, weil wir uns fast alle einig waren, dass es zurzeit sehr viele hochinteressante kompetente Menschen gibt, die aufgrund eines niedrigen NCs, nicht die Möglichkeit haben, ihre Wunschfächer zu studieren.

Die drei Tage im Landtag waren eine unbeschreiblich interessante und schöne Erfahrung für mich. Es war fast unmöglich, dass sich 99 Leute in einem Saal auf irgendwas einigen konnten, da die Meinungsverschiedenheit extrem groß war. Trotzdem arbeiteten wir echt  gut miteinander und versuchten sogar, mit den anderen Fraktionen zu kooperieren. Was nicht immer einfach war…

Ich bin der Ansicht, dass wir als SPD-Fraktion  eine der erfolgreichsten Fraktionen im Landtag waren, da wir fast alle unsere Anträge durchsetzen konnten.

Wir werden auch als SPD-Jugendfraktion eine Fraktionssitzung  in Köln organisieren, damit wir unsere Zusammenarbeit  nach dem ,,Jugendlandtag“ weiterführen könnten.

 Ich bin echt froh und dankbar, dass ich  die Chance bekommen habe, die Abgeordnete Lisa Steinmann im Landtag vertreten zu dürfen. Ich muss zugeben, die Arbeit eines Abgeordneten ist  überhaupt nicht einfach. Man muss psychisch sehr stark  und in der Lage sein, logisch zu denken. Vor allem aber kann man nur im Schulterschluss mit anderen Fraktionen erfolgreich sein. Deswegen braucht man ein hohes Maß an Akzeptanz gegenüber der Meinung anderer und natürlich Kooperationsfähigkeit.

Vandad N.