Ganztagsoffensive für beste Bildung: Fachgespräch unterstreicht Handlungsbedarf in NRW

Für Grundschulkinder soll es ab dem Schuljahr 2026/27 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geben. Darauf hat die schwarz-gelbe Landesregierung Nordrhein-Westfalen nicht ausreichend vorbereitet. Wie eine gute und zuverlässige Ganztagsbetreuung etwa in der Offenen Ganztagsschule (OGS) gelingt, haben wir bei einem digitalen Fachgespräch mit Expertinnen und Experten sowie etwa hundert Interessierten diskutiert. Denn wir fordern eine Ganztagsoffensive. Wir wollen den Kindern und Familien ausreichend Plätze, mehr Qualität und damit mehr Bildung ermöglichen.

„Aktuell gibt es weder genügend Kita- noch OGS-Plätze in NRW“, so Regina Kopp-Herr, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, zu Beginn der Diskussion.

Grundschulleiterin Andrea Reh betont den Stellenwert von gutem Ganztag: „Ich möchte nicht wissen, wo manche Kinder ohne OGS wären.“ Das Angebot gebe vielen Kindern Halt. Sie haben die Chance, über den klassischen Unterricht hinaus zu lernen und sich weiterzuentwickeln, sagt Reh. Besonders wichtig sei ein gutes Angebot häufig für Kinder mit Migrationshintergrund. „Wir können einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Integration leisten“, sagt Reh.

Alfred Sonders bringt als Bürgermeister von Alsdorf die Perspektive der Kommunen in die Debatte. „Wir brauchen gute Angebote, auf die sich Eltern verlassen können“, sagt er. Doch das zu garantieren, ist in den Kommunen oft schwierig. „Sehr viele Kommunen sind finanziell schlecht ausgestattet. Es gibt keine Bewegungsfreiheit“, sagt Sonders. Daher bräuchten die Kommunen beim Offenen Ganztag eine Finanzierung durch das Land. Sonst seien auch gleiche Voraussetzungen etwa bei Gebühren nicht möglich. Zudem fordert er eine Ausbildungsoffensive, damit es überhaupt genug qualifiziertes Personal gibt.

Kirsten Hopster von der Arbeiterwohlfahrt in Bielefeld sagt: „Vom Grundsatz her ist OGS super.“ Doch sie kritisiert mangelnde Standards und die unzureichende räumliche und personelle Ausstattung vielerorts. Zudem seien die Arbeitsplätze für Beschäftigte im Ganztag „hochgradig unattraktiv.“ Viel zu selten bestehe die Chance, in Vollzeit zu wechseln. Hopster fordert endlich ein Gesetz, das Standards für hochwertigen Ganztag setzt.

Marlene Seckler von der Gewerkschaft ver.di bringt eine weitere wichtige Facette der Ganztagsbetreuung ein. „Es geht auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt sie.

Uns bestärken die Forderungen darin, eine Ganztagsoffensive anzugehen. In deren Mittepunkt steht, ein Ganztagsgesetzt auszuarbeiten, das einheitliche Standards, Qualität und Räume umfasst. So bereiten wir uns auf den Rechtsanspruch vor. Zudem fordern wir Gebührenfreiheit für die Ganztagsbetreuung. So entlasten wir Familien umgehend. Auch für die Beschäftigten im Ganztag wollen wir Verbesserungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen volle und unbefristete Stellen erhalten können.

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