Wir brauchen einen Impf-Fahrplan

Als gelernte Krankenschwester weiß ich: Impfungen zählen zu den wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen, um Infektionskrankheiten einzudämmen und deren Ausbreitung zu verhindern. Seit wenigen Tagen ist bekannt, dass die Zulassung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 näher rückt. Das Bundesgesundheitsministerium hat bereits eine nationale Impfstrategie vorgelegt. Ich fordere die Landesregierung auf, jetzt auch in Nordrhein-Westfalen die Weichen für Impfungen gegen das Coronavirus zu stellen.

Planung ist alles, das habe ich während meiner Zeit im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen gelernt. Auch die Bekämpfung einer Pandemie erfordert es, weitsichtig vorzugehen. Nur so können wir für unser Bundesland sicherstellen, dass die Impfungen zeitnah und durchdacht durchgeführt werden, sobald ein geeigneter Impfstoff zur Verfügung steht. Wir fordern daher von der Landesregierung schnellstmöglich ein Impfkonzept, um die bundesweite Impfstrategie in einen Fahrplan für Nordrhein-Westfalen zu übertragen.

So müssen frühzeitig Standorte für die zentralen Impfstellen festgelegt werden. Orientierung bietet die Anzahl der bereits bestehenden COVID-19-Testzentren in NRW. Für die zusätzlich eingesetzten mobilen Impfteams stellt sich die Frage: Wieviel Personal benötigt man für deren Einsatz und zu welchem Zeitpunkt? Das Personalkonzept dafür kann das Landesgesundheitsministerium schon heute erarbeiten. Auch die Kosten für Spritzen und weiteres Impfzubehör können bereits jetzt im Landeshaushalt berücksichtigt werden, um die Finanzierung sicherzustellen. Hinzu kommen Fragen der sicheren Lagerung und Logistik vor Ort: Der Impfstoff benötigt geeignete Lagerkapazitäten bei Temperaturen von minus 60 Grad, die für die Impfungen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen müssen. Die Beschaffung dieser Ultratiefkühlschränke muss unbedingt frühzeitig erfolgen.

Wir brauchen außerdem ein Gremium mit Experten aus Medizin, Wissenschaft und Krankenkassen, das sich mit der Logistik der Impfdosen auseinandersetzt. Dabei müssen meiner Meinung nach auch die Ärztinnen und Ärzte in den Unternehmen Nordrhein-Westfalens mitgedacht werden. Die Landesregierung darf das Potenzial betrieblich initiierter Impfaktionen nicht unterschätzen!

Ich finde, dass es bei der Bewältigung der Corona-Pandemie auf uns alle ankommt. Krisenzeiten sind keine Stunden der Exekutive, sondern Sternstunden des Parlaments und der demokratisch legitimierten Politik. Deswegen fordern wir als SPD-Fraktion im Landtag NRW die Beteiligung des Parlaments bei den Entscheidungen zur Verteilung des Impfstoffs. Denn wir haben einen (Fahr-)Plan!

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